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Gemeindeteile
In den Jahren 1928 - 1930 kam es zur Auflösung der meisten Gutsbezirke in Preußen.
Das ehemalige Gut Gaitzsch, die Domaine Borschütz mit dem Vorwerk Schweditz wurden dabei dem Dorf Fichtenberg zugewiesen. -
Borschütz
Borschütz findet zum ersten Mal 1277 als Bursluwicz Erwähnung.
Der Name läßt sich als Ort von "Leuten eines Borislaw" deuten.Borschütz ist bis zur Reformation ein Gut des Klosters Marien- bzw. Güldenstern gewesen. Nach der Reformation wurde es verstaatlicht. In Chursachsen war es ein churfürstliches Vorwerk und in Preußen dann eine königliche Domäne (Staatsgut). Dazu gehörte auch als Vorwerk das ehemalige Rittergut Schweditz. Nach einer langen Reihe von Pächtern hatte es danach der königliche Amtsrat Andreas Lücke Senior in Pacht und nach Ihm sein jüngster Sohn königlicher Amtsrat Heinrich Lücke bis 1945. 374 ha wurden im Jahr 1909 bewirtschaftet.
Borschütz war früher weitestgehend eigenständig. Es besass eine eigene Ziegelei, Brennerei, Schmiede, Gärtnerei, Molkerei, Schule und Gaststätte. Es verfügte auch zusammen mit den Lückes auf der Domäne Packisch über eine Dampflokomobile mit Pflug und beschäftigte in der Saison polnische Arbeitskräfte. Tierzucht ist mit Rindern, Pferden, Schweinen und Schafen betrieben worden.
Amtsrat Andreas Lücke Senior gründete 1873/74 mit die Zuckerfabrik Brottewitz und liess 1882 in Packisch, Borschütz und Schweditz als erster Rinder und Schafe mit Erfolg gegen die Milzbrand-Seuche impfen. -
Gaitzsch
Die Gaitzschhäuser treten im Jahr 1550 als Kaitschitz erstmalig in das Licht der Geschichte.
Diesem ursprünglichen Flurnamen liegt eine slawische Bildung mit der Bedeutung "kleine Kiefern" bzw. "kleiner Kiefernwald" ausgehen, welches auch dem heutigen Realbefund entspricht.
Ein Originalbericht eines Schreibers aus dem Jahr 1916.
Die Ausdrucksweise entspricht der damaligen Berichterstattung.
Die Gaitzschhäuser bei Fichtenberg, zu Fichtenberg gehörig.
Wie wenige von den 70000 Einwohnern im Kreise Liebenwerda kennen den Ort.
Diese Stelle des Kreises an der Elbe und an der sächsischen Grenze gelegen.
Hier bei den Gaitzhäusern berührt der Strom der Elbe preußisches Gebiet und auf
eine Strecke von 19,2 km bildet er einen Teil der Westgrenze des Kreises Liebenwerda.
Dann fließt die Elbe auch auf rechtsseitigem Ufer im Kreise Torgau, den Sie mit dem linksseitigem Ufer schon von der sächsischen Grenze aus berührt. Um das hier gleich zu sagen: Da, wo die Elbe den Kreis Liebenwerda verläßt, steht der Stadt Belgern gegenüber ein ganz modernes Wahrzeichen, das ist der eiffelturmartige, 70 m hohe Mast der elektrischen Leitung des großen Elektrizitätswerkes Ueberlandzentrale des Kreises Liebenwerda und Umgegend. Nun genug vorläufig von der Elbe selbst.
Welch reizendes anheimeindes Dorfbildchen, wenn man von Jacobsthal in Sachsen kommt und in das Dorf eintritt ! 40 m hinter mir ist der preußisch-sächsische Grenzstein Nr. 212. An der Zaunecke bei "Schiffer-Richters" ( wie viele Richters gibt es doch in so einem Nestchen, wie diese paar Gaitzschhäuser es sind, z.B. auch "Schenk-Richters", die den "Goldenen Anker" da drüben haben u.a. ) setze ich mich auf einen Prellstein. Wahrlich ! das Ortsbild ist hübsch, also wird es flugs mit dem Stift zu Papier gebracht, ehe ich weiter nach Fichtenberg radle.
Da - o Glück - läuft mir Vater Theile in den Weg. Dieser brave, biedere Bauersmann mit seinen 73 Jahren. Auf die Frage nach dem Lauf der sächsischen Grenze zeigt er mir die ganz genau. Das Kühnsche Gehöft ist das einzige des Ortes, das zu Sachsen gehört, alle anderen sind preußisch. Das ist aber noch nicht viel länger als höchstens 20 Jahre so. Da ging die preußisch-sächsische Grenze nämlich mitten durch Kühnsches Gehöft und die Hausbewohner wohnten bis dahin am Tage in Preußen und schliefen des Nachts in Sachsen, weil die Grenze mitten durchs Wohnhaus ging. So war es vor der Kriegserklärung 1866 in Kühnschen Hause besonders schwierig, wollte die starke preußische Besatzung der Gaitzschhäuser, die für alle Fälle hingeworfen worden war, sich vor der Kriegserklärung keine Grenzverletzung zuschulden kommen lassen. Kühnsches Einquartierung durfte sich wohl in seiner Stube, aber zum Schlafen nicht in seiner Kammer aufhalten. Dieser Schwierigkeit wegen wurde dann wirklich die Besatzung des Kühnschen Hauses herausgenommen.
Vater Theile der mir 1866-Kriegserinnerungen erzählte, hat den General Herwarth von Bittenfeld gesehen und gehört, wie er seinen Kavalleristen zurief, wer beim Übergang über die Schiffsbrücke absitzen wolle, könne es tun. Dann sauste der General weiter zu der Stelle, wo jetzt das Denkmal des Elbüberganges steht. ( S. Junibild. ) -
Schweditz
Schweditz wird im Jahre 1199 zum ersten mal erwähnt. Die ortsübliche Aussprache des Namens ist noch heute "Schwerz".
Schweditz 1999, bewohnt wird das Gehöft von der Familie Freit.
Nach viel Arbeit und Investitionen ist das Gehöft jetzt wieder saniert
und zu einem rechten Schmuckstück verwandelt worden.
Diese Aufnahme stammt von 1977 und zeigt ein klein wenig das damals noch vorherrschende bäuerliche Leben. Hier in der Einfahrt zum Gehöft
Begonnen hat es 1973 als Familie Freit von Dresden nach Schweditz zog.
Hier gab es viel Arbeit und Mühe das Gehöft, welches schon jahrelang
leer stand, wieder bewohnbar zu machen. Das Foto entstand 1974. -
Kleintrebnitz
Kleintrebnitz ? Wo liegt denn das ?
Kleintrebnitz gibt es leider seit Anfang der 70-ziger Jahre nicht mehr. Ich finde es trotzdem erwähnenswert weil es ja zur Geschichte gehört und ein sehr idyllischer Fleck Erde war der als Ortsteil zu Fichtenberg gehörte.Hier der amtliche Text:
Zu Fichtenberg gehörte bis zur Kreisreform das südöstlich gelegene Vorwerk Kleintrebnitz.
Dieser Ortsteil wurde im Verlauf zur militärischen Nutzung der NVA devastiert.
Der Gasthof "Hähner" von Kleintrebnitz
Kleintrebnitz als Gesamtaufnahme. Auch eine Försterei gehörte zu Kleintrebnitz. Hier im Vordergrund zu sehen. Ganz rechts am Bildrand sieht man den Gasthof "Hähner".













