Bei Bauarbeiten 1961 wurde das Dach des Kirchturm und das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt.
Allerdings wurden diese Arbeiten sehr mangelhaft ausgeführt, wobei es dann auch wieder schnell zu einem fragwürdigen Zustand der Dachumgebung kam. Garantieansprüche wurden damals zu Ostzeiten sicherlich nicht so behandelt wie es jetzt (2005) gehandhabt wird. Wenn es überhaupt welche gab. Zudem kam noch hinzu das kurz nach Ausführung der Tätigkeiten diese Firma vom Erdboden verschwand. Sie war also pleite. Ja, das gab es zu Ostzeiten auch schon.

KnopfBei diesen, wie gesagt fragwürdigen, Arbeiten wurde der Knopf des Kirchturms ( der Knopf ist der Abschluss des Kirchturm, also die Kugel ) geöffnet und einige Papiere die so ein bisschen den Werdegang der letzten Zeit belegen gesichtet. Diese Papiere waren ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand. Sie lagen da ja auch, ich weis es nicht ganz bestimmt, aber einen sehr langen Zeitraum. Der Hitze und der Kälte ausgesetzt geht das natürlich an die Substanz. Nach dem erzählen der Kirchen Ältesten sollte sich in der Kugel auch noch einiges anderes Material befinden. Damals war es üblich einige kleine Schätze, die für die Nachwelt interessant sein könnten, mit einzubringen. Angefangen von einigen Geldstücken, damals waren das glaube ich Taler, und auch ein paar Silbermünzen und Goldmünzen. Davon hat diese ausführende Firma leider nichts gefunden.
Na ja, nun könnte man ja spekulieren !
Vielleicht weiss ja jemand noch besser bescheid über solche Angelegenheiten, der das hier liest.
Für Informationen darüber bin ich jederzeit sehr dankbar. Info´s bitte hier melden !

So und nun zum Eigentlichen.
In dieser Kugel befand sich ein Schriftstück mit folgendem Inhalt:

Im Jahre 1808, den 21.April, abends gegen 6:00 Uhr, im 1. Gewitter des Jahres, als nach vorangegangener kalter Witterung, sehr warm geworden war, schlug der Blitz in den Kirchturm zu Fichtenberg ein, und es brannte der oberste Teil des Turmes ab. Die 3 Glocken zerschmolzen, die Turmuhr fiel herunter und wurde unbrauchbar. Die Orgel, die von H.Klausnitz, Finsterwalde, 1774 neu erbaut worden ist, wurde beim Löschen des Feuers weggerissen. Der Turm wurde 1810 wieder fertig gestellt.

Im Jahre 1808 wurden in Dresden die 3 Glocken gegossen und gefertigt. Auch die Orgel wurde von der Fa. Friedrich Zöllner aus Hubertusburg neu gemacht.

Am 20. Juli 1810 wurde der Knopf und die Fahne von der Firma Friedrich König aus Lorenzkirchen neu aufgesetzt. Der Huf.- und Wagenschmied Michael Seidel aus Wellerswalde bei Oschatz hat den Blitzschutzableiter neu angefertigt.

Im Jahr 1725 wurde das hier in einer Abschrift erwähnt. Turm neu angefertigt, Kirche erweitert. Die ersten 8 Silbermünzen in eine Schachtel eingelegt.

Fichtenberg, 17, September 1833
Unter der Regierung des Königs Friedrich Wilhelm den III. zu Merseburg.
Auf Antrag des Superintendenten D. Kock zu Torgau und Baron Rechenberg, Landrat zu Liebenwerda, aus der hiesigen Kirchenkasse 950 Taler bewilligt.
Der Zimmermeister Friedrich Wilhelm Schütz aus Mühlberg übernahm zum grössten Teil die Reparaturen. Der Fussboden wurde durchweg mit Steinplatten belegt. Die Frauen und Männerstühle durchgängig repariert und mit Ölfarbe gestrichen. Der Altar wurde gemalt und zum Teil vergoldet, auch der Turmknopf, von H. Stegewald aus Torgau.
Von aussen wurde die Kirche gelb angestrichen, sämtliche Türen erneuert, die oberste Empore auf der Sakristeiseite bis zum Altar hin verlängert. 3 Monate haben die Raparaturen gedauert. In dieser Zeit wurde in Altenau Kirche gehalten und Taufen in der Schule abgehandelt.

Fichtenberg, den 20. September 1862
Königliche Regierung zu Merseburg, Kosten 650 Taler,
Abputz der Kirche Maurermeister G. Pörke aus Mühlberg. Umdeckung des Schieferdaches, vergolden des Knopfes, Abweisen der Aussen- und Innenwände, Empore mit weisser Ölfarbe, die unteren Frauenstühle und die Kirchentüren mit eichholzaussehender Ölfarbe gestrichen. Das Malen des Altars und der Frauenstühle von Malermeister und Sohn Rudolf Müller aus Torgau. Ausführung der Schieferarbeiten Dachdeckermeister Schumann aus Belgern. Am 6. August bei einer grossen Zuschauermenge den Knopf ( Kugel ) und die Fahne abgenommen und heute wieder aufgesetzt. Die Goldmünzen, welche 1833 vorgefunden wurden sind wieder eingelegt. Heute wurden noch hinzugefügt: 1 Krönungstaler von 1861 und ein Vereinstaler durch die Gemeinde.

1961 wurde der Turm der Kirche neu geschalt und mit neuem Schiefer gedeckt. Diese Renovation war seit vielen Jahren geplant und dringend notwendig, zumal sich schon der Schwamm in den Brettern und im Gebälk des Turmes angesetzt hatte. Im Anschluss an diese so dringende Reparatur ist das Kirchenschiff neu gedeckt worden. Die hohen Kosten dieser grossen Reparaturen wurden durch freiwillige Opfer der Kirchengemeinde Fichtenberg, durch Kollekten des Kirchenkreises Bad Liebenwerda und einem erheblichen Zuschuss der Kirchenleitung Magdeburg gedeckt. Die Reparatur wurde von der ehemaligen PGH Empor Torgau durchgeführt.
Die angegebenen alten Münzen laut der alten Urkunden, waren nicht mehr vorhanden. ( bis auf eine )

Der Gemeindekirchenrat 1961:

1. Holz Otto
2. Ehrlich Alfred ( Vorsitzender )
3. Lorenz Erhard
4. Dunkel Richard
5. Rische Edgar
6. Klemm Wilhelm
7. Damm Max (Rendant )

Der Gemeinderat 1961:

. Reiß Walter ( Bürgermeister )
- Kretschmer Heinz
- Stamm Hans
- Hoffmann Horst
- Ehrlich Manfred